Oberer Graben 32, 2009/2010

Oberer Graben 32, 2009/2010

Bestehende Struktur, Oberer Graben 32 und 36

Blick in die Untergeschosse im Hofbereich

Oberer Graben 36 und 38, bis 2009

Oberer Graben 36 und 38, 2012

Oberer Graben 38, 2009

Oberer Graben, Frongartenstrasse

Oberer Graben 38, 2010

Oberer Graben 36 und 38

Erhalten Strukturen im Inneren

Mit dem neu erstellten Haupttreppenhaus im Zentrum der Gebäude kann der Höhenversatz der beiden bestehenden Gebäude (OG32 und 36) aufgenommen werden. Es entsteht ein ein grosszügiges, zenital belichtetes Haupttreppenhaus, an dem auch die zentrale Liftanlage angeordnet ist.

Die Werksteinfassaden harmonieren mit den Altbauten ebenso wie mit der Betonstruktur des Baus aus den 70ern. Überdies kann es als eine Reverenz an die St.Galler Textilindustrie verstanden werden kann.

Beide Neubauten sind in Mischbauweise erstellt: Die Hauptstruktur als Ortbeton, die zurücktretenden Elemente wurden vorgefertigt und vor Ort vergossen.

Durch Behandlung des mit Kalkstein als Zuschlagstoff versehenen Betons mit dem Stockhammer wird eine fast textile Oberflächenstruktur erzielt.

Die Reflexionsobjekte, hochglänzend und in weichen flügelähnlichen Formen gestaltet bringen natürliches Licht bis in den Wartebereich der Schalterhalle im Hofgeschoss.

Der Spiegel orientiert sich am Sonnenstand und leitet über Sekundärspiegel das Sonnenlicht bis ins Atrium des neuen Verwaltungsgebäudes. èber die dortigen Kunstobjekte kann Licht bis nach unten einfallen.

- process -


Ausgangslage

Raumkonzept für die Staatsverwaltung
Das Raumkonzept für die Staatsverwaltung sieht vor, die Zentralverwaltung an vier Hauptstandorten in St.Gallen zusammenzufassen. Diese liegen im Regierungsgebäude (Staatskanzlei und Teile des Departementes des Innern), an der Davidstrasse (Bildungs-, Volkswirtschafts-, Finanz- und Gesundheitsdepartement), an der Lämmlisbrunnenstrasse 54 (Baudepartement) und am Oberen Graben (Sicherheits und Justizdepartement und Teile des Departementes des Innern).
Die Standorte des Sicherheits- und Justizdepartementes und auch des Departementes des Innern sind heute über das Stadtgebiet verteilt. Das Gebäude am Oberen Graben dient heute als Verwaltungsgebäude des Sicherheits- und Justizdepartementes. Darin sind neben dem Generalsekretariat auch das Strassenverkehrsamt und Teile des Ausländeramtes untergebracht. Aus Platzmangel mussten in der Vergangenheit ganze Abteilungen an andere Standorte ausgelagert werden. Die Ämter des Departementes des Innern wiederum sind im Regierungsgebäude und zu einem Teil in Mietobjekten untergebracht. Die dezentrale Lage erschwert nicht nur die direkte Kommunikation zwischen Departementsleitung, Ämtern und Mitarbeitenden, sondern beeinträchtigt auch die effiziente Führung und die Zusammenarbeit.

Bedarf
Die räumlichen Verhältnisse am Oberen Graben wirken sich negativ auf den Betrieb wie auch auf die Kundenorientierung aus. Die Gebäude weisen einen erheblichen Sanierungsbedarf auf und genügen den Anforderungen an ein Verwaltungszentrum hinsichtlich Kundenführung und Sicherheit nicht mehr. Weil das Gebäude Oberer Graben 32 nicht für grössere Kundenströme konzipiert wurde, sind Orientierung und Schaltersituation unbefriedigend. Die Schalter sind auf mehrere Stockwerke verteilt und teilweise schlecht auffindbar. Zudem fehlt eine zentrale Anlaufstelle beziehungsweise ein Informationsschalter für Kunden und Besucher. Für behinderte Besucherinnen und Besucher ist der Zugang zum Gebäude schwierig und die Bewegung im Gebäude teilweise unmöglich.
Räume und Arbeitsplätze sind völlig veraltet und entsprechen den Anforderungen nicht mehr. Im ganzen Gebäude am Oberen Graben
32/36 gibt es lediglich zwei kleine Sitzungszimmer.
Das Gebäude Oberer Graben 32/36 erfüllt die gängigen Standards bezüglich Personen- und Gebäudesicherheit nur ungenügend. Die unkontrollierte Zugänglichkeit des Gebäudes wie auch die verwinkelten Räume wirken sich nachteilig auf die Sicherheit der Mitarbeitenden und letztlich auch der Kundinnen und Kunden aus. Mitarbeitende des Sicherheits- und Justizdepartementes wie auch des Departementes des Innern treffen bei ihrer Tätigkeit oft auf konfliktträchtige Situationen und sind darum auf zeitgemässe Sicherheitseinrichtungen angewiesen.

Konzept
Die einzelnen Ämter der beiden Departemente sollen am Oberen Graben in einem neuen Verwaltungszentrum zusammengefasst und die Gebäude an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden. Aus dem Sicherheits- und Justizdepartment werden das Generalsekretariat, das Amt für Justizvollzug, das Strassenverkehrs- und das Ausländeramt zusammengefasst. Aus dem Departement des Innern werden das Amt für Gemeinden, das Amt für Soziales, das Amt für Bürgerrecht und Zivilstand, das Amtsnotariat St.Gallen/Rorschach, das Handelsregister und das Konkursamt untergebracht werden. Konkret sollen die sanierungsbedürftigen Gebäude Oberer Graben 32 und 36 saniert und die baufälligen Gebäude Oberer Graben 38 und Frongartenstrasse 5 durch Neubauten ersetzt werden. Insgesamt entsteht damit ein zusammenhängender Gebäudekomplex mit 310 Arbeitsplätzen.
Der im Jahr 2003 durchgeführte Projektwettbewerb zeigte Lösungen auf, wie das künftige Raumprogramm des Verwaltungszentrums städtebaulich, architektonisch, betrieblich, ökologisch, energetisch und wirtschaftlich mit hoher Qualität und Flexibilität auf den Bürogeschossen umgesetzt werden kann.