Umbau der ehemaligen Schultheiss-Brauerei am Kreuzberg in Berlin
Der Umbau der ehemaligen Schultheiss-Brauerei am Kreuzberg in Berlin ist geprägt durch das konglomerathaft Zusammengesetzte von alten Fragmenten und neuen Bauteilen. Diese Vorstellung findet für zwei Häuser in einer topographisch reizvollen Situation an der Grenze zum historischen Viktoria Park ihre Entsprechung im baukörperliche Prinzip des ‚Auftürmens‘. Der strukturelle Rhythmus der historischen Kellergewölbe wird aufgenommen, gliedert die loftartigen Grundrisse wie die neuen jeweils fünfachsige Hauptfassaden und führt schliesslich im oberen Abschluss zu markanten Gebäudesilhouetten.
Die Architektur sucht nicht den didaktischen Kontrast, sondern eher die Unsichtbarkeit einer Strategie des Verschleifens und Vermittelns wie sie von den Architekten auf dem historischen Areal schon immer angestrebt worden ist. Entsprechend sollen für die neuen Fassaden die vorgefundenen Materialien verwendet werden: Klinker, rotblaubunt und Holzfenster, Zinkblech und Bitumendächer, Stahlstützen und -träger, die sich in den obersten Geschossen zu einer feinen Stahlkonstruktion verdichten und eine charakteristische Penthouse-Welt schaffen.
Erst die kalkulierte Verarbeitung dieser Materialien und der Einsatz von Fertigteilen wird subtil die Differenzen zur historischen Bebauung wahrnehmbar werden lassen und den zeitgenössischen Ausdruck bestimmen.