Die Setzung des neuen Manufakturgebäudes bildet ein Ensemble mit den historischen Bauten im engen Talquerschnitt.

Die beiden Häuser sind mit einer Treppenhalle verbunden und so nebeneinander gestellt, dass das niedrige Haus an der Straße die Traufkante seines Gegenübers aufnimmt und im hohen Haus die sensiblen Atelierarbeitsplätze auf die grünen Hänge des Müglitztals blicken.

«Die beiden neuen Baukörper bilden ein Paar aus ungleichen aber verwandten Teilen. Sie führen eine Verbindung vor, die so normalerweise nur im Laufe der Zeit entsteht. Verschieden und doch aneinander gefügt – daran erkennt man das Zusammenkommen von Ungleichzeitigem.» Peter Suter

Die begehbare Raumschicht vor den Uhrmacherateliers dient als Blendschutz und Klimapuffer. Gleichzeitig dient er als Gang für Besucher, die von vorne einen Blick auf die Feinarbeit der Uhrmacher werfen können und ermöglicht den Blick von den Handarbeitsplätzen auf die grünen Hänge des Müglitztales.

Die zwei neuen Häuser übersetzen das komplexe Erweiterungsprogramm in eine denkbar lapidare, fast archaische Anordnung. Diese Einfachheit wird in die architektonische Form der Häuser übertragen. Beide bilden ein Walmdach aus und rufen in ihrer primären Geometrie ein archetypisches Bild von Haus wach und sie korrespondieren mit der Haustypologie des Tals.

Das erreichte Mass an Präzision und Verfeinerung verleiht den Erweiterungsbauten ihren eigenständigen Ausdruck. Die tektonische Gliederung erlaubt unterschiedliche Öffnungsgrade, von der radikal geöffneten Nord- bis zur geschlossenen Süd- oder Sockelfassade, und bewahrt die ganzheitliche Wirkung der Anlage.

Die Architektur beruht auf den tektonischen Prinzipien der gegliederten Wand, wie sie die Erscheinung der bestehenden Gebäude prägen. Ein feingliedriges Fassadenrelief und der konsequente Einsatz von vorgefertigten Bauteilen bringt das Engagement der Marke in der Präzisionsuhrmacherei zum Ausdruck.

- behind the scenes -


Ein Tal, seine Häuser und die Uhr

Eigentlich einfach: ein breites, flaches Haus für die Arbeit an den Maschinen, ein schlankes, hohes Haus für die Handarbeit. Die beiden Häuser sind mit einer Treppenhalle verbunden und so nebeneinander gestellt, dass das niedrige Haus an der Strasse die Traufkante seines Gegenübers aufnimmt und im hohen Haus die sensiblen Atelierarbeitsplätze auf die grünen Hänge des Müglitztals orientiert sind. 


Bauherrschaft

A. Lange & Söhne, Glashütte I/SA

Wettbewerb

1. Preis, 2007

Realisierung

09.2012–04.2015


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