1800 Alte Farb 1820 Altes Zeughaus, Johann Sulzberger 1855 Wagensaal 1913 Mittelbau, Brenner + Stutz Architekten 1922 Soldatendenkmal, Otto Schilt 1951 Büchserei, E.F. Roseng
Ausgangslage
Der Kanton Thurgau besitzt ein Staatsarchiv mittlerer Grösse (8‘000 Laufmeter Unterlagen). Seit 1868 im Regierungsgebäude untergebracht, leidet es mittlerweile seit Jahrzehnten unter Platzproblemen. Aus dem zu Beginn der 1980er-Jahre als Übergangslösung zugemieteten ersten Aussenmagazin sind zwischenzeitlich vier Aussenstellen geworden. Das auf fünf Standorte verteilte Staatsarchiv ist mit 900 Stellenprozenten kaum mehr zu bewirtschaften; Einschränkungen in der Benutzung müssen in Kauf genommen werden. Die Qualität der Räume entspricht auch den elementarsten Anforderungen, die heute an ein Archivmagazin gestellt werden, nicht mehr; teilweise sind die Verhältnisse alarmierend. Die Archivalien leiden unter erheblichen Klimaschwankungen und nehmen Schaden. Das betriebswirtschaftliche Prinzip Konservierung (weil kostengünstig) vor Restaurierung (weil kostenintensiv) kann bei diesen Rahmenbedingungen nicht umgesetzt werden. Die Sicherheit der Archivalien ist nicht gewährleistet. Der Hauptsitz des Staatsarchivs im Regierungsgebäude platzt aus den Nähten; es mangelt dort nicht nur an Magazinraum, sondern auch an Büro- und Bearbeitungsräumen, an Arbeitsplätzen für die Benutzerschaft und vielem mehr. Die Chance, das Staatsarchiv weiterhin an zentraler Lage bzw. in unmittelbarer Nähe von Regierung und Verwaltung unterzubringen, für die es vornehmlich tätig ist, kann mit dem vorliegenden Projekt genutzt werden.
Aufgabe und Zielsetzungen
Für die Unterbringung des neuen Staatsarchivs steht das Areal des jetzigen Kantonalen Zeughauses in Frauenfeld zur Verfügung. Das Kantonale Zeughaus gliedert sich in einen Ostflügel, bestehend aus der sog. Alten Farb (heute Kreiskommando) und dem Wagensaal entlang der Zeughausstrasse, in einen Mittelbau sowie einen westlichen Teil, bestehend aus dem sog. Alten Zeughaus entlang der Zürcherstrasse, der an das Alte Zeughaus angebauten Büchserei sowie einem kurzen Verbindungstrakt zum Mittelbau. Vorabklärungen ergaben, dass die Umnutzung des sog. Alten Zeughauses entlang der Zürcherstrasse aus konservatorischen und innerbetrieblichen Gründen schwer realisierbar und denkmalpflegerisch problematisch ist; daher war der Einbezug des Alten Zeughauses für das künftige Staatsarchiv ausgeschlossen. Das verbleibende Raumangebot reichte für die Unterbringung aller Nutzugsbereiche des Staatsarchivs nicht aus; die Erstellung einer Ergänzungsbaute für das Endarchiv auf dem Planungsperimeter war daher unumgänglich. Um die Beziehungen der älteren Gebäudeteile unter sich und zum Archivtrakt zu klären, konnte die Büchserei abgebrochen werden.
(aus Dokumentation Bauprojekt, Markus Friedli, Kantonsbaumeister Thurgau)