Erweiterung eines Schulgebäudes aus den 1970-er Jahren und Neubau einer Doppelturnhalle mit vorgelagertem Dorfplatz in Mägenwil
Bauherrschaft
Einwohnergemeinde Mägenwil
Wettbewerb
Lukas Back, Antje Gamert Clemens Hauptmann, Philip Heckhausen Anna M. Leischner, Irina Mastel Michael Meier, Sven Kowalewsky
Projektleitung
Jan Geldermann
Projekt
Anna M. Leischner Anne Ulbricht, Timo Weidmann Christine Fuhrmann (PL bis 2016)
Wettbewerb
1. Preis, 2012
Realisierung
2016 - 2018
Baumanagement
Anderegg Partner AG, Zürich
Tragwerkskonzept, Tragwerk Turnhalle
ZPF Ingenieure AG, Basel
Holzbau Erweiterung, Holzfassaden
Pirmin Jung Ingenieure für Holzbau AG, Rain
Elektroingenieur
Herzog Kull Group, Aarau
HLKS
Kalt + Halbeisen AG, Kleindöttingen
Lichtplanung
Hellraum GmbH, St. Gallen
Energie Bauphysik Akustik
Pirmin Jung Büro für Bauphysik AG, Rain
Landschaftsarchitekt
August + Margrith Künzel Landschaftsarchitekten AG, Binningen
Erweiterung der Schulanlage als neues Zentrum von Mägenwil Aus der städtebaulichen Logik der bestehenden Schulanlage, die sich am Hangfuss parallel zum Höhenlinienverlauf und von der Hauptstrasse aus gesehen in zweiter Reihe entwickelt, leitet sich eine einfache Idee für deren Erweiterung ab. Entlang der Achse des Schulwegs reihen sich hintereinander die bestehenden Sportanlagen, das nach Westen erweiterte Schulgebäude und schliesslich die Doppelturnhalle auf. Die Turnhalle orientiert sich mit ihrer Eingangsfront auf den neuen Dorfplatz, der, mit einer den Eingängen vorgelagerten Baumgruppe, auf ebenso leichte wie prägnante Art atmosphärisch bestimmt ist und das gesamte Ensemble als neues Dorfzentrum an die Hauptstrasse anbindet. Wenn die Gärtnerei in mittelbarer Zukunft die Bewirtschaftung der Flächen zwischen Schulerweiterung und Turnhalle einstellt, besteht die Möglichkeit, den Schulweg zu verlängern und zwischen den neuen Gebäuden zum Beispiel eine Spielwiese zu schaffen. So wird die zeitliche Offenheit einer schrittweisen Realisierung durch eine klare Bebauungsstruktur aufgefangen, die bereits in der ersten Etappe ihre wesentliche räumliche Fassung erhält.
Erweiterung des Schulgebäudes Der neue Erweiterungsbau des bestehenden Schulgebäudes liegt als Pendant zum ersten Anbau aus den 1990er Jahren an der Westseite des Basistrakts. Die Gesamtanlage bekommt so wieder ein Gleichgewicht, was auch durch den neuen, zweiten Eingang deutlich wird. Das Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss sind in Sichtbeton konstruiert und gestalten sich einfach und klar in Anlehnung an die Struktur des Bestandes. Das 2. Obergeschoss ist als Raumreserve für weiter steigende Schülerzahlen in Holzbauweise realisiert, auf den Innenausbau der Klassenräume ist jedoch zunächst verzichtet worden. So bildet der Neubau mit seinem obersten Geschoss in Holz einen Kopf für das Schulgebäude in Richtung der neuen Doppelturnhalle, die ihrerseits als Holzkonstruktion über einem Sockelbauwerk in Sichtbeton materialisiert ist. In der inneren Treppenhalle bleibt das Betontragwerk sichtbar. Im Gegensatz dazu sind die Klassenzimmer und Gruppenräume in Holz ausgebaut. Auf diese Weise wird eine gute Akustik und eine angenehme Arbeitsatmosphäre gewährleistet. Im bestehenden Schulhaus ist, neben kleineren Anpassungs- und Sanierungsarbeiten, die innere Verbindung zum Anbau geschaffen worden. Den prägnantesten Eingriff bildet sicher die Transformation der ehemaligen Turnhalle zur neuen Aula der nun deutlich grösseren Schule.
Neubau der Turn- und Festhalle Der Baukörper der neuen Turn- und Festhalle ist sanft in den Hang geschoben und zeigt sich so gegenüber dem Wohnquartier mit einer zurückhaltenden Gebäudehöhe. Zum neuen Dorf- und Parkplatz definiert die Eingangsfront einen klaren Abschluss und öffnet sich im Erdgeschoss über eine grosszügige Glasfassade. In Verwandtschaft zum Anbau an die Schule ist der Sockelbau in Beton realisiert, auf dem der Baukörper mit seiner druckimprägnierten Holzfassade und dem hölzernen Tragwerk steht. Der Hallenraum öffnet sich auf drei Seiten mit grossen Fenstern in die umgebende Landschaft. Zum Platz hin liegt ebenerdig das grosszügige Foyer, das für Apéros und Empfänge genutzt werden kann. Die Umkleiden und Duschen liegen im Obergeschoss und sind zum Platz durch eine geschlossene Holzfassade verhüllt. Vom Erschliessungskorridor der Garderoben im Inneren ist ein Einblick in die Halle möglich.