Wohn- und Geschäftshaus, Ingolstadt


Neubau von 3 Ladengeschossen und 8 Wohneinheiten in der Ludwigstrasse 12 in Ingolstadt


Bauherrschaft

Tecura GmbH & Co. KG, c/o Redevco Services Deutschland GmbH

Wettbewerb

Anna Jessen, Ingemar Vollenweider,
Stephanie Winkler, Lorenz I. Zumstein, Sven Kowalewsky

Projekt

Sven Kowalewsky

Studienauftrag

1. Preis, 2005

Realisierung

2006-2007



Ausführung: 

Hagen GmbH Planer und Architekten BDA, Nürnberg


Baumanagement: 

G+N Consult, Baumanagement, BMBH, Offenbach


Bauingenieur: 

Ingenieurgemeinschaft AWD, Köln


Haustechnik: 

HTW, Düsseldorf


Bauphysiker:

Jandl Bauphysik, Wermelskirchen


Brandschutz: 

Ökotec Sachverständige, Schwalmtal


KONTOR - Geschäftshaus an der Ludwigstrasse 12, Ingolstadt

Der vorgeschlagene Entwurf für das Geschäftshaus an der Ludwigstrasse 12 in Ingolstadt steht in der modernen Tradition des städtischen Geschäfts- oder Kontorhauses, das Handel-, Gewerbe- und Wohnnutzungen unter einem Dach flexibel vereint und dabei als prägnante Hauseinheit den städtischen Kontext respektvoll fortschreibt.

Erscheinung

Im historischen Kern von Ingolstadt stehen die zeitgenössischen Nutzungsansprüche nach Offenheit und Transparenz der Kontinuität von hochverfeinerten barocken und klassizistischen Putzfassaden gegenüber. Aus diesem spannungsvollen Gegensatz entwickelt sich eine skulpturale Fassadenthematik, die mit einem flach gestaffelten Putzrelief den Öffnungsgrad gegenüber den historischen Nachbarn deutlich vergrössert, gleichzeitig aber die im Kontext notwendige Geschlossenheit der Front behauptet. In Anlehnung an die charakteristische Tektonik der mittelalterlichen Giebelarchitektur wird die aufsteigende Front durch horizontale Gesimse vom Sockel bis ins Dach gegliedert und durch skulptural herausgearbeitete Fensteröffnungen rhythmisiert. Im Gegensatz zum applizierten historischen Stuckornament entsteht die ornamentale Wirkung der neuen Fassaden aus der plastischen Durchbildung der Wandmassen und dem reizvollen Kontrast zwischen schwerem, flach aufgespanntem Sockel, mit grossen, scharf ausgeschnittenen Schaufenstern und den die Wand stufenweise auflösenden Fensteröffnungen der Wohngeschosse, die in ihrer Feingliedrigkeit dem Haus eine spielerische Eleganz verleihen und es markant und wiedererkennbar in das Erscheinungsbild der Ludwigstrasse als Haupteinkaufsstrasse Ingolstadts einschreiben.

Struktur

Die Grundrissstruktur ist bestimmt durch einen kompakten Kern, der neben seiner Funktion als Haupterschliessung der Wohngeschosse gleichzeitig die Anforderungen des Brandschutzes für die Verkaufsflächen sicherstellt (maximale Verkaufsfläche unter 2000 m2). Der Kern ist so an der östlichen Brandwand angeordnet, dass eine maximal offen interpretierbare Verkaufsfläche entsteht. Im Erdgeschoss lässt sich damit von der Pfarrgasse aus ökonomisch die Erschliessung der Wohngeschosse organisieren. Im Untergeschoss schliessen an den Kern mit vertikalem Hauptschacht die notwendigen Hausanschlussräume an.

Verkauf

In den Verkaufsgeschossen wird die Hauptfläche des Grundrisse freigespielt für eine effiziente innere Ladenerschliessung mit zentral angelagerten Roll- oder Freitreppen.
Zusätzlich ist im ersten Deckenfeld hinter der Fassadenebene ein optionaler Deckendurchbruch vorgesehen, der eine grosszügige Verbindung ins obere Verkaufsgeschoss schafft und mit einem gläsernen Stempellift zusätzlich akzentuiert werden kann. Die dreiachsige Eingangsfront ist so konzipiert, dass ein mittiger Eingang für einen grossen zusammenhängenden Laden, oder zwei Eingangssituationen in den Randfeldern links und rechts für zwei unabhängige Läden einfach ohne Veränderung des Rohbaus realisiert werden können.

Wohnen

Auf den beiden oberen Geschossen werden jeweils 3 Geschosswohnungen unterschiedlicher Grösse angeordnet. In Analogie zu den historischen Hofarchitekturen werden die Fassaden und Terrassenoberflächen in Naturholz materialisiert. Damit bildet sich ein reizvoller Kontrast zwischen der repräsentativen Putzarchitektur zur Strasse und einer eher intimen Atmosphäre zum introvertierten Hof.