Die Alte Farb, um 1800 erbaut, ist das erste Haus des heutigen Ensembles des Zeughauses in Frauenfeld an der Ecke zwischen Zücherstrasse und Zeughausstrasse. Das für seine Zeit typische, freistehende, einfache Bürgerhaus nimmt ursprünglich im Erdgeschoss vermutlich eine Gewerbenutzung auf und wird von Nordosten von der Zeughausstrasse erschlossen. Im Inneren ist der Grundriss des Hauses über alle Geschosse durch einen schmalen, durchgesteckten Flur gegliedert, an dem die einzelnen Zimmer liegen.
Um 1820 wird das Gebäude vom Staat erworben und mit der Erstellung des Alten Zeughauses einer militärischen Nutzung zugeführt. Zeitgleich mit der Fertigstellung der neunen Bahnlinie Winterthur - Frauenfeld - Romanshorn wird 1855 der Wagensaal als drittes Gebäude des Ensembles direkt an die Nordfassade der Alten Farb angebaut. Zwischen dem eigentlichen Saalbau und der alten Farb verbleibt dabei ein überdachter Zwischenbau von etwa vier Metern, in der eine hölzerne, frei in den Raum ragende, zweiläufige Treppe das Dachgeschoss des Wagensaals erschliesst. Eine Latrine in diesem Zwischenraum kann von der Farb aus erreicht werden.
Verschiedene, schrittweise erfolgte Umbauten, über die jeweils wenig gesicherte Informationen vorliegen und die nur schemenhaft rekonstruierbar sind, führen im Weiteren zu einem Haus, in dem jegliche originale Strukturen bis zur Unkenntlichkeit überformt sind. In den sechziger Jahren wird zwischen Alter Farb und Wagensaal ein neues, kräftig dimensioniertes Treppenhaus aus Beton eingebaut und interpretiert den einstigen Zwischenraum zu einem eigentlichen Treppenhaus um. Die interne Erschliessungsstruktur der Alten Farb erfährt hiermit endgültig eine markante Änderung, indem das einseitig angebaute Haus nun von Nordwesten durch ein zu einem Flur verschmälerten Zimmer erschlossen wird und die ursprüngliche Treppe des Hauses entfernt wird.